Montag, 10. März 2014

Vegan und ich???? - Wie alles begann.....


Ich persönlich lese ja immer gerne die Erfahrungen anderer wie sie eigentlich dazu gekommen sind, vegan zu essen. Viele verzichten auf tierische Produkte weil sie Massentierhaltung ablehnen und insgesamt nicht dazu beitragen wollen, dass für sie ein Tier sterben muss.

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass es auch viele Menschen gibt, die vorher Schwierigkeiten mit dem Essen hatten – sei es, weil sie unter Nahrungsunverträglichkeiten gelitten haben oder sogar Essstörungen haben – und aus diesem Grund dazu gekommen sind, sich vegan zu ernähren.  Auch wenn das natürlich eher die „unedleren“ Motive sind, bewirkt es letztlich doch das Gleiche.

Ich habe lange überlegt, ob ich auch aufschreiben sollte, was mich dazu bewogen hat und wie es mir mittlerweile dabei geht. Das ist mir tatsächlich schwer gefallen, weil es doch sehr persönlich ist. Aber da ich die Geschichten von Anderen immer sehr inspirierend finde, springe ich einfach mal über meinen Schatten.

In meiner Familie und meinem Freundeskreis gab und gibt es weit und breit keinen Menschen, der sich vegetarisch oder sogar vegan ernährt. Eine Ausnahme ist meine Patentante, die aktive Tierschützerin ist und daher schon seit einigen Jahren vegan is(s)t. Das Thema lag also nicht so wirklich nah.

Allerdings habe ich mich schon immer für Ernährungsfragen interessiert und habe einige der inflationär auf dem Markt erscheinenden Ratgeber gelesen. Dahinter stand immer der Wunsch, die Ernährungsform zu finden, die mir gut tut. Ich habe das Glück, dass ich eigentlich alles essen kann und gut vertrage. Aber ich war schon von klein auf ein richtiger „Zuckerjunkie“ und habe kaum mal einen Tag ohne Süßigkeiten überstanden. Zuhause wurde bei uns immer frisch mit viel Gemüse und Obst gekocht. Fleisch gab es vielleicht zweimal die Woche und ich selbst war noch nie eine große Fleischesserin. Ich habe aber immer gerne Käse, Joghurt, Quark und Eier gegessen und konnte mir daher nur schwer vorstellen, darauf zu verzichten. Und beim Grillen auch mal eine Bratwurst oder ein Steak.

Trotz der guten Grundlagen, habe ich irgendwann angefangen Kalorien zu zählen – obwohl ich nie dick war, sondern immer schlank. Also hat es mit „low fat“ angefangen – und damit, dass ich alles nur noch „light“ gegessen habe. Von diesem „inhaltslosen“ Essen kam dann natürlich der Heißhunger auf Süßigkeiten. Das führte dann dazu, dass ich immer mehr darauf geachtet habe, was ich esse und gar nicht mehr darauf gehört habe, was mein Körper mir sagt. Rückblickend betrachtet, macht mich das traurig, denn Essen ist so was Schönes….

Nach „low fat“ kam dann (natürlich!) „low carb“. Mit dem Ergebnis, dass ich jetzt keine Angst mehr vor Fett sondern vor Kohlenhydraten hatte – ich habe tatsächlich ein Jahr keine Bananen gegessen, weil die ja besonders viele Kohlenhydrate haben.

Irgendwann habe ich dann eine Rezension von dem Buch "Anständig essen" von Karen Duve gelesen und es mir gleich gekauft. Dann stand das Buch jedoch erst mal ein halbes Jahr ungelesen im Schrank - wahrscheinlich habe ich unterbewusst damit gerechnet, dass es danach nicht mehr so weitergehen kann wie bisher. Obwohl ich immer sehr tierlieb gewesen bin und grundsätzlich nie Kalb oder Lamm gegessen habe, habe ich den Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und Steak, Eiern, Käse, Joghurt etc. immer ausgeblendet.  

Als ich es dann gelesen habe, hat mich das Buch von Karen Duve sehr beeindruckt - übrigens viel mehr als "Skinny Bitch", das hat mir vom Ansatz nicht so gefallen. Trotzdem kam mir eine solche Umstellung schwer vor, da ich auch zu diesem Zeitpunkt immer dachte, dass ich keinen leckeren Kuchen mehr essen könnte und überhaupt auf alles Mögliche verzichten müsste. Gerade Käse habe ich immer sehr gern gegessen.  

Daher habe ich zunächst mal geschaut, was man sonst machen kann und habe nach und nach alle Kosmetik- und Drogerieartikel auf vegan/ tierversuchsfrei umgestellt. Das war zumindest ein Anfang.

Im Januar 2013 bin ich dann im Buchladen über „Vegan for fit" gestolpert (ohne vorher je was über das Buch oder den Autor gehört zu haben) und habe es mir schließlich gekauft. Praktischerweise war mein Liebster gerade drei Wochen im Urlaub, so dass ich für mich beschlossen hatte, jetzt einfach mal drei Wochen vegan zu essen. Ich habe also viele Rezepte ausprobiert und mich weiter in das Thema eingelesen. Die Rezepte haben genau meinen Geschmack getroffen und es hat mir wahnsinnig gut geschmeckt. Bei den drei Wochen ist es schließlich nicht geblieben – sonst würde ich ja diesen Blog auch nicht schreiben.

Damit der Post heute nicht zu lang wird, folgt noch ein zweiter Teil, in dem ich beschreibe, wie ich heute esse und wie es mir damit eigentlich geht.

Vielleicht konnte ich damit ja auch ein bißchen inspirieren – auch wenn mein Weg sicherlich nicht perfekt war. Jedenfalls haben mich die vielen wunderbaren Blogs mit Rezepten, Erfahrungen, Produkten etc. auch sehr inspiriert.


Donnerstag, 6. März 2014

Vegan Wednesday # 80: zurück im normalen Leben...


Die erste Woche nach meinem Urlaub ist schon wieder rum und die Urlaubsbräune auch schon wieder fast verblasst L. Wahnsinn, wie schnell das geht. Aber auch hier wird es ja jetzt mit großen Schritten Frühling und am Wochenende soll es hier richtig warm werden. Wenn das keine gute Aussichten sind….

Gesammelt werden alle kulinarischen veganen Highlights der Woche und des Mittwochs auf Cookies & Style.

Aber jetzt zeige ich auch erst mal die kulinarischen Köstlichkeiten der letzten Tage:

Am Sonntagabend gab es endlich mal wieder Hummus und zwar mit Ofengemüse (Paprika, rote Zwiebeln, Kürbis, Zucchini und Süßkartoffeln) und Marokkanische Bratlinge (Alnatura). Da ich mir vorgenommen habe, mal ein paar Vorräte aufzubrauchen, war es halt die Fertigmischung. Unser Vorratsraum platzt bald aus allen Nähten, daher muss ich jetzt mal gegensteuern und ein bißchen was aufbrauchen. Die Mischung war nicht schlecht, aber selbstgemacht schmeckt doch besser.
 
 
Zum Frühstück gab es die letzten Tage übrigens "Selen-Crunch" als VFY mit Hafermilch und Früchten. Mein aktuelles Lieblingsfrühstück. Nächste Woche werde ich aber mal ein Müsli austesten, das ich von einer Freundin zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Hört sich sehr exotisch an und ich bin schon sehr gespannt!

 
 
Montagmittag gab es dann im Büro die restlichen Bratlinge auf Salat (Radicchio, Paprika, Tomaten, Babyspinat, Avocado und Weintrauben) mit selbstgemachtem Pesto (sooooo gut!!!).

 
 
Abends gab es dann endlich mal wieder Brot – was ja während der Challenge nicht erlaubt war. Daher eine Scheibe mit Pesto (universell einsetzbar) und Avocado und eine Scheibe mit Sweet Tahin (habe ich auf dem Blog von Frau Jupiter gesehen und bei uns im Biomarkt entdeckt), Banane und Zimt. Den Knust – das Beste am Brot – dann noch mit Alsan und Salz bestrichen. Dazu ein bißchen Rohkost mit Hummus.

 
Nachdem ich Mittwochmittag  nur ein belegter Brötchen gegessen haben (mit – na klar – Avocado und Pesto) und ich abends zu einer zweiten Laufrunde überredet wurde, gab es dann abends noch Vollkornnudeln mit Pesto, Babyspinat, getrocknete Tomaten, eingelegten Artischocken, Tomaten, Oliven und Pinienkernen.  Auch das war wieder sehr lecker. Im Moment esse ich am liebsten möglichst bunt – irgendwie befriedigt das dann alle Sinne gleichzeitig.

 
Zum Ende noch ein Wort zum Thema Fastenzeit: Ich werde in der Woche auf normalen Zucker und Weißmehlprodukte verzichten. Da ich aber im Moment den „Aufbrauchen“-Vorsatz auch noch gefasst habe, erlaube ich mir am Wochenende auch ein paar Süßigkeiten und werde mal wieder backen. Auf Alkohol habe ich auch schon zwei Monate verzichtet, so dass ich da auch nicht so streng bin – gibt’s eigentlich sowieso selten.

Jetzt bin ich gespannt, was so auf Euren Tellern gelandet ist….      

Montag, 3. März 2014

Jetzt aber richtig: Mein Fazit nach 45 Tagen Vegan-for -Youth- Challenge: schlanker, gesünder und messbar jünger???



Mit dem gebührenden Abstand von fast zweieinhalb Wochen lassen sich ja manche Dinge einfach besser einschätzen (bzw. man könnte auch sagen, ich habe es vorher einfach nicht geschafft, meine Ergebnisse und Gedanken zusammenzufassen).  Nach meiner ersten Rezension zu den Rezepten, habe ich mich ja relativ spontan entschieden, bis zu meinem Urlaub die Challenge zu machen – daher übrigens auch nur 45 Tage und keine 60.  Und jetzt will ich nicht lange rumerzählen, sondern komme gleich zum Wesentlichen

Ergebnisse, Ergebnisse, Ergebnisse:
# Auf der Waage hat sich nicht viel getan – vielleicht insgesamt ein Kilo weniger als vorher. Das war aber auch nicht mein Ziel, da ich vorher schon schlank war. Allerdings hat sich mein Fettanteil um gut 2 Prozent auf 18 Prozent verringert, was ich sehr gut finde
J

# Ich habe wieder richtig Lust auf Power Yoga bekommen. Zwar habe ich immer wieder mit einer DVD angefangen, aber erst mit einem strikten Wochenplan (und der Aussicht auf Urlaub) hat es funktioniert. Und das tut so gut. Allen Läufern (und Wassersportlern) kann ich Yoga nur empfehlen, denn es ist die perfekte Ergänzung zu diesen Sportarten. Innerhalb der kurzen Zeit bin ich beweglicher und definierter geworden und die Übungen schulen die Koordination und die Balance.

# Ich habe kein Verlangen mehr nach fettigem Essen, Süßkram und generell „ungesundem“ Essen. Das ist für mich ein echtes Ergebnis, da ich tendenziell immer schon leicht zuckersüchtig war. Auch nach der Challenge habe ich im Urlaub richtig gesund gegessen, obwohl  ich sonst immer dazu neige, das etwas schleifen zu lassen. Außerdem habe ich mir das Snacken zwischen den Mahlzeiten abgewöhnt. Dafür esse ich morgens, mittags und abends große Portionen.  Mir hat die Challenge (noch mehr als vorher auch schon) Lust auf gesunde Ernährung ohne Fertigprodukte gemacht.

# Ich habe mich während der ganzen Zeit sehr fit gefühlt. Kein Anflug einer Erkältung, obwohl um mich rum, fast alle krank geworden sind. Was sich nicht eingestellt hat, ist ein vermindertes Schlafbedürfnis – ich habe immer geschlafen wie ein Bär im Winterschlaf, tief und fest und möglichst zwischen sieben und acht Stunden. Meine  Haut ist relativ unbeeindruckt von der Challenge, die macht was sie will. Also mir hat jedenfalls keiner gesagt, das ich jünger aussehe. Macht aber nichts, ich bin so zufrieden.  

# Ich habe noch etwas mehr Sport gemacht als sonst (genaue Pläne könnt Ihr bei meinen Wochenfazits  sehen, z.B. hier oder hier) und trotzdem schnell regeneriert. Ich habe es zwar in den Beinen gemerkt, musste aber keine Trainingseinheit abbrechen, weil ich nicht mehr konnte.

Meine Empfehlungen:
# Wenn Ihr die Challenge machen wollt, bereitet Euch darauf vor und fangt nicht einfach an. Ich habe mich auch erst ein paar Wochen mit den Rezepten beschäftigt, um einschätzen zu können, was wie aufwändig ist.

# Macht Euch einen Wochenplan mit Frühstück, Mittag- und Abendessen, den Snacks und den Sporteinheiten. Dabei unbedingt berücksichtigen, was Ihr sonst noch um die Ohren habt.  Das muss man ja nicht sklavisch einhalten. Ich habe gegen Ende hin auch viele Rezepte getauscht, weil sich die Zutaten ähneln und ich dann nach Lust und Laune entschieden konnte. Wenn Ihr Anregungen braucht, schaut einfach bei meinen Wochenfazits.

# Sport und Ernährung gehören zusammen. Nicht nur, weil sich Erfolge dann schneller einstellen, sondern weil man beim Sport auch viel mehr Lust auf gesunde Lebensmittel bekommt (geht zumindest mir so). Daher möglichst Sporteinheiten festlegen und zwar dann, wenn es wirklich in den eigenen Tagesablauf passt. Je nach Typ sind die einen eher Morgensportler und die anderen machen abends Sport. Auch in der Mittagspause kann man zumindest Spazierengehen und bekommt dann auch gleich den Kopf frei.

# Macht möglichst ein- oder zweimal die Woche einen Großeinkauf – vor allem wenn Ihr – wie ich auch – noch einen Allesesser mitversorgt. Dann klaut der Einkauf zwischen Sport, Arbeit, Kochen und was Ihr sonst noch um die Ohren habt, wenig Zeit. Bevor die eigentliche Challenge startet, legt Euch den Grundstock an „trockenen“ Lebensmitteln zu, wie Nüsse, Getreide, Mehl etc. Dann habt Ihr alles da und müsst nur noch frische Zutaten kaufen.

# Kochen nimmt Zeit in Anspruch. Daher möglichst geschickt planen. Viele Dinge lassen sich miteinander kombinieren oder gleich mehrere Portionen kochen und einfrieren. Ein paar Tipps habe ich auch hier zusammengestellt. Ansonsten einfach versuchen, Kochen als Entspannung zu sehen. Das klappt wirklich. Mich hat das Gekoche abends früher auch oft gestresst, aber mittlerweile sehr ich es wirklich unter dem Aspekt, das ich mir was Gutes tue. Und wenn es mal gar nicht ging, kann man sich ja auch einen Smoothie machen.

# Am Anfang überlegen, welche Regeln man befolgen will. Ich wusste z.B. dass ich es auf keinen Fall schaffe, vor sieben zu essen, weil ich erst gegen halb sieben zuhause bin. Das ist vielleicht nicht ideal, aber andererseits frustrieren Regeln, die man kaum einhalten kann, und das gefährdet letztlich das ganze Projekt.

# Wenn Ihr nicht nur für Euch kocht, dann bezieht die anderen mit ein. Mein Liebster hat auch nicht alles gegessen, aber z.B. bei der Pizza oder den Suppen kann man ja gut variieren. Einfach ein bißchen kreativ sein.

Meine TOP-10 Rezepte:
Das ist schwierig, weil mir eigentlich fast alles gut geschmeckt hat. Ich versuche es trotzdem mal:

#10 Kürbissalat to go – perfekt vorzubereiten und mit lecker Kichererbsen
#09 Vegan for youth Pizza – der Teig muss zwar sehr lange gehen, es lohnt sich aber sehr. Perfekt fürs Wochenende!
#08 Crunchy Salat Ships – die Kidneybohnencreme ist der Hammer!
#07 Bananeneis – alle Welt kennt das schon, aber ich erst seit der Challenge und es einfach unfassbar lecker und cremig.
#06 Süßkartoffelpommes mit Dip – perfekt zum Mitnehmen.
#05 Auberginenröllchen „Fancy Pumpkin“ – in meinen TOP 10, obwohl ich nicht der große Auberginenfan bin. Aber hier ist wirklich keine Gefahr, dass die Aubergine nach zäher Schuhsohle schmeckt.
#04 Süßkartoffel-Spinat-Salat – simpel und schnell vorzubereiten. Ohne Zwiebeln und Knoblauch absolut bürotauglich.
#03 Perfect-Power-Pancakes  - perfekt fürs Sonntagsfrühstück
#02 Grilled Veggie Sammy – besser als jedes gekaufte Sandwich.
#01 Selen-Crunch mit Hafermilch und Früchten – steht eigentlich stellvertretend für alle Müslivariationen. Seitdem bin ich total der Hafermilchfan.
Und jetzt?:
Die Challenge ist vorbei und hat mir viel Spaß gemacht. Ich hatte nie das Gefühl, das mir irgendetwas fehlt oder das ich auf etwas verzichten muss. Trotzdem freue ich mich am Samstag auf mein Frühstücksbrötchen (nein, nicht selbstgebacken) und darauf neue Rezepte auszuprobieren, die ich auf den diversen Blogs gelesen habe. Aber insgesamt werde ich viele Gerichte der Challenge wieder kochen und in der Woche auch weitgehend auf raffinierten Zucker, Weißmehl und Kaffee verzichten – einfach weil es mir gut tut. Daneben werde ich aber auch mal meine Vorräte aufbrauchen – in der Euphorie des vergangenen Jahres über die diversen veganen Produkte hat sich einiges angesammelt.
Würde mich sehr freuen, wenn meine Erfahrungen für Euch  hilfreich waren. Wenn Euch interessiert, was ich sonst so esse, schaut doch mal bei Instagram vorbei…